Langer Roadtrip von Chicago nach Denver

Wir hinken ein wenig mit unserem Blog hinterher. Zwei Wochen sind vergangen, seitdem wir nach unserem komplizierten Grenzübergang in die USA Chicago besucht haben und dort am Lake Michigan übernachtet haben. Von hier machen wir uns auf den Weg nach Denver auf, um dort bei einem VW Dealer hoffentlich den Bus reparieren lassen zu können. Außerdem steht nach 16 Jahren ein Wiedersehen mit Bethany und Jessica an, Daniels alte Gastfamilie zu Schulzeiten.

Die Reise von Chicago bzw. dem Südzipfel vom Lake Michigan (Indiana) nach Denver auf der kürzesten Strecke ist 1600 km lang, geht durch 5 Bundesstaaten und wir müssen zwei weitere Male unsere Uhr um eine Stunde zurückstellen. Jeweils ca. 400 km fahren wir pro Tag und es gibt unterwegs nicht wirklich viel zu sehen, außer unendlich vieler Gen-Maisfelder. Manchmal geht die Interstate stundenlang geradeaus, wirklich tot langweilig, und das nur bei erlaubten 100 km/h. Trotzdem finden wir einigermaßen nette Übernachtungsplätze abseits der Interstate in kleineren State Parks oder Recreation Areas, wie es hier so schön heißt.

In Denver angekommen, an Alex Geburtstag, ist unser erster Stopp dann beim VW Dealer, mit dem wir in den Tagen seit unserem Unfall schon in Kontakt sind. Wir besprechen die Ersatzteilliste, aber immer ist noch nicht zu 100% klar, ob die Teile bestellt werden können bzw. dürfen. Wir müssen Papierkram erledigen und der VW Verwaltung in den USA beweisen, dass unser T5 nicht illegal in den Staaten ist und ordnungsgemäß importiert wurde. Da er letzteres nicht ist, sondern hierher nur temporär verschifft wurde und in Kanada mit Dokumenten belegt durch den Zoll gelaufen ist, stellt uns vor eine bürokratische Hürde, denn prinzipiell sind die Ersatzteile hier lieferbar (im Gegensatz zu VW in Kanada)! Dies ist die Schattenseite, ein Auto zu fahren, welches es in Nordamerika nicht zu kaufen gibt. Aber als wir bei VW in Denver einparken, spricht es sich in Windeseile um und im Nu ist unser Bus von allen Mechanikern und Verkäufern umzingelt. Wir lassen noch einen Motorölwechsel durchführen und fahren von Denver etwas raus zum Cherry Creek Reservoir, wo wir drei Nächte bleiben.

Das Reservoir mit einem Stausee ist sehr nahe der City und dementsprechend beliebt bei den Städtlern und Wochenendausflüglern. Für Donnerstag bekommen wir gerade noch so den letzten freien Campingplatz, doch für das Wochenende ist alles ausgebucht. Zum Glück lernen wir David kennen, der wiederrum jemanden kennt, der uns noch einen freien Platz besorgt, der eigentlich nur für Einheimische vorgesehen ist. Und noch viel besser: David lädt uns auf sein Motorboot ein, mit dem wir Samstagvormittag über den Stausee heizen. Marie hat tierisch Spaß, bei David auf dem Schoss sitzend das Steuer zu übernehmen!

Uns besuchen auch Jessica und Bethany (und ihr Hund Cooper). Bethany ist Daniels alte Gastschwester von einem Schüleraustausch aus der 11. Klasse. Ein Wiedersehen nach 16 Jahren!! Wir haben einen lustigen Nachmittag und werden für das kommende Wochenende zu einer Oktoberfestparty in Jessicas Elternhaus eingeladen.

Die Tage zwischen diesen beiden Wochenenden verbringen wir im Rocky Mountains Nationalpark und im Grand Sand Dunes Nationalpark, beide im Umland von Denver. In den Rockies übernachten wir auf fast 3000m Höhe, die Nächte sind arschkalt. Dafür sind wir mitten im Herbst und wegen dem „Leave changing“ der Bäume bzw. Indian Summer ist die Landschaft wunderschön herbstlich. Im Great Sand Dunes NP sind wir gerade, Marie und Emil planschen in unserem Mini-Pool und zum Sonnenuntergang darf einer von uns beiden auf die höchste Düne klettern. Fotos dazu folgen später.