Guatemalas Naturwunder

Guatemala strotzt weiter vor Naturwunder. Nach dem wir den heißen Wasserfall in der Nähe von Rio Dulce schon ganz toll fanden (wir berichteten im letztem Beitrag, es ist womöglich der einzige in der ganzen Welt ist), gehts weiter zu den berühmten Pools bei Semuc Champey (“dort, wo das Wasser verschwindet/sich versteckt”), dann nach Antigua und zum aktiven Vulkan Fuego und zum Schluss an den Lago de Atitlan, welcher eingekesselt von weiteren Vulkanen hoch im Gebirge liegt.

Semuc Champey ist traumhaft. Es ist ein Naturschutzgebiet mit vielen türkisgrünen Becken, die von einem Fluss gespeist werden. Das besondere hier ist, dass der Fluss vor den Becken größtenteils unterirdisch verschwindet und hinter den Becken wieder austritt! Wir quartieren uns in der Nähe in eine kleine Backpacker-Hütte ein, denn Camping ist hier direkt am Fluss nicht möglich. Außerdem schauen wir uns eine Fledermaus-Höhle an. Zur Dämmerung am Abend kommen sie zu Tausenden herausgeflogen.

Von Semuc Champey zieht es uns in die schönste Stadt Guatemalas: Antigua. Eine prachtvolle Kolonialstadt, die wegen der extremen Erdbeben- und Vulkangefahr ihren Hauptstadt-Status an Guatemala City abgeben musste. Die Vulkane in der Umgebung sind aktiv. Aktuell ist es der Vulkan Fuego, dessen Ausbrüche von der Stadt gut sichtbar sind. In Antigua übernachten wir mit unserem Bus auf dem Gelände der “Touristen-Polizei” mitten in der Stadt. Wir stehen dort mit vielen anderen Europäern, welche die Panamericana bereisen. Gegen eine kleine Spende dürfen die Touristen die Duschen und Toiletten auf dem Gelände benutzen, die sonst nur für die diensthabenden Polizisten vorgesehen sind.

Für eine Nacht geht Daniel mit einer geführten Gruppe auf den Vulkan Acatenango, während Alex mit den Kindern in Antigua bleibt (Emil ist am kränkeln und Alex fühlt sich auch nicht fit genug). Die Besteigung bis zum Nachtlager auf 3600m ist sehr anstrengend und zunächst auch ein wenig enttäuschend, denn die Aussicht auf den Vulkan “Fuego” ist vernebelt. Als er jedoch plötzlich im Nebel ausbricht, hat jeder der Gruppe Gänsehaut-Feeling. Die Erde wackelt und der Knall ist extrem laut. Kurze Zeit später geht ein Ascheregen nieder. Dann endlich zur Dämmerung lichten sich die Wolken und die Aussicht ist gigantisch. Er bricht noch ein weiteres Mal im Hellen aus. Mit der Dunkelheit kommt dann auch die Kälte, aber auch ein Lagerfeuer und ein heißer Gemüsetopf. Kurz bevor alle in ihren Zelten totmüde verschwinden, bricht der Fuego wieder aus, diesmal ist die Lava sichtbar. Ein unglaubliches Gefühl. Während der Nacht bricht er dann weitere 6 oder 7 mal aus. Auch aufgrund der Höhe und Kälte können nur die wenigsten schlafen. Um 4 Uhr morgens heißt es dann aufstehen, packen und sich zum Gipfel des Acatenango für den Sonnenaufgang quälen. Es sind sehr steile  400 Höhenmeter bis zum Gipfel. Aber der Ausblick entschädigt dann für die Anstrengung und oben angekommen, bricht auch schon wieder der Fuego zur Belohnung aus.

Von Antigua ist unsere letztes Ziel in Guatemala der Lago de Atitlan. Der See liegt eingekesselt von weiteren Vulkanen hoch in den Bergen. Unser Campingplatz direkt am See ist belagert von französischen Wohn- und Expeditionsmobilen. Unter anderen treffen wir auch zwei französische Familien wieder, die mit zwei bzw. drei Kindern im Schulalter reisen. Es ist in Frankreich sehr leicht möglich und sehr beliebt, Kinder im Schulalter mit auf Langzeit-Reise zu nehmen und sie fern zu unterrichten (sie reisen zwischen 1 und 3 Jahren). Eine anstrengende Angelegenheit wie wir mitbekommen, denn jeden Morgen müssen ca. 3 Stunden im Wohnmobil gesessen und gelernt werden – die Eltern sind die Lehrer. Für uns wäre das Nichts. Ansonsten lässt es sich am Lago de Atitlan gut aushalten. Wir besuchen einen indigen Sonntagsmarkt mit vielen traditionellen Dingen. Marie verliebt sich außerdem in einem Papagei auf dem Campingplatz – und umgekehrt. Während der Papagei Erwachsene nicht mag und sie beißt, hat er mit Marie eine Spielfreundin gefunden. Die beiden hängen den ganzen Tag zusammen ab und Marie geht mit dem Papagei sogar spazieren!

Von Guatemala bzw. dem Lago de Atitlan aus startet nun unsere Rückreise über Mexiko in die USA!