Fluch der Monarchfalter, korrupte Polizisten und unterwegs in Mexiko-Stadt

Viel ist passiert, vor allem mit unserem Bus. Wir sind auf dem Weg zu den riesigen Monarchfalter-Schwärmen hoch in den Bergen, die hier nach ihrer langen Reise von Kanada und den USA überwintern. Und wie bereits in Kanada im vergangenen Herbst, als wir die Monarchfalter-Schwärme in einem Nationalpark zum Start ihrer Reise nach Mexiko besuchen wollen und dabei den Unfall haben, passiert auch hier etwas. Wieder Monarchfalter, wieder Schaden am Auto. Während der Fahrt leuchtet eine Warnleuchte nach der anderen auf, ein wahres Warnleuchten-Gewitter auf der Amatur. Wir ahnen es schon und bei einem VW Händler, den wir sofort ansteuern, bewahrheitet sich dann die Ursache. Der Russpartikelfilter ist aufgrund des sehr minderwertigen Diesels hier in Mexiko so voll, dass er sich nicht mehr selbst reinigen kann. Dieselpartikelfilter, KAT, grüne Umweltplakette – den ganzen Quatsch gibt es hier nicht und keinen kümmert es. Wir können vorerst nicht weiterfahren, denn der Rückstau vom Partikelfilter könnte uns den Motor schrotten. Der erste VW-Händler baut den Partikelfilter aus und reinigt ihn mit Hammerschlägen und Druckluft (in Deutschland würde dies professionell entweder chemisch oder mehrere Tage durch Hitze in einem Ofen gemacht werden). Als wir vier Tage später vorerst  glücklich weiterfahren, leuchten die Warnmeldungen 200 km weiter wieder auf. Wir haben es zum Glück bis nach Mexiko Stadt geschafft, wo es viele weitere VW-Händler gibt und uns in der Umgebung nicht langweilig wird.

Die Monarchfalter-Kolonien besuchen wir an zwei Orten im Nationalpark. Es ist gigantisch, Millionen davon hängen an bestimmten Bäumen oder fliegen in der Luft herum. Die Bäume sind so voll, dass die Äste bis zum Boden hängen. Wenn die Sonne erstrahlt, fliegen Tausende durch die Luft und es hört sich wie ein Wasserfall in der Ferne an. Zu einem der beiden Orte nehmen wir einen Guide und zwei Pferde und reiten über 2 Stunden und 900 Höhenmeter in die Berge hoch. Emil und Daniel auf dem Boys-Hengst, Marie und Alex auf der Girls-Stute. Oben auf über 3200 m ist es sehr kühl, aber wir sind mit unserem Guide ganz alleine und können dem Treiben der Monarchfalter lange zuschauen. Emil schläft auf dem Weg nach unten vom Geschaukel des Pferdes ein und 900 Höhenmeter wieder tiefer wacht Emil auf, als ob nichts gewesen wäre, aber Daniels Arme sind vom Pferd und Emil halten schwer wie Blei.

Auf der Fahrt zu einem Campingplatz nahe der Teotihuacan-Pyramiden im Nord-Osten von Mexiko-City umfahren wir eine der größten Städte der Welt (20 Millionen Einwohner!) auf einem teuren Autobahnring. In der Ferne kann man die Stadt nur erahnen, denn vor lauter Smog, der über der Stadt steht, ist alles sehr vertrübt. Zum Glück funktioniert unsere Umluft aber noch ;-) Allerdings werden wir zum ersten Mal in Mexiko von der Polizei gestoppt. Wir haben von anderen Reisenden schon viele lustige Geschichten gehört (ein Ami wurde schon gestoppt, weil er während der Fahrt telefoniert haben soll – dabei besitzt er gar kein Handy!). Es ist immer alles andere als offiziell, ein Verhandlungsspiel mit den Polizisten und letzten Endes ein  Feilschen um den Preis, wenn man nicht ins Polizeirevier will, um die Angelegenheit offiziell zu regeln. Angeblich wären wir also um 20 km/h oder so zu schnell gefahren. Wir könnten sofort bezahlen und weiterfahren. “Wie teuer?” – die Antwort vom Polizeimann: “5200..” - langes Schweigen -”…no US Dollares, Pesos!” Wir schauen uns an und lachen uns über den Nachtrag tot. Denkt er wirklich wir hätten 5200 US-Dollar bezahlt?! Aber selbst in Mexikanischen Pesos sind dies noch über 300 Euro. Wir stellen uns blöd und bestehen darauf, zum Polizeirevier zu gehen, um die Angelegenheit offiziell zu regeln, wissentlich, dass wir eigentlich keine Zeit haben, weil wir noch im Hellen den Campingplatz erreichen wollen und die Polizisten dies eigentlich  auch nicht wollen, weil sie das Geld dann nicht in die eigene Tasche stecken könnten. So beginnt das von uns erhoffte Feilschen und am Ende landen wir bei 400 Pesos. Das sind 24 Euro und immer noch zuviel, aber wir können so weiterfahren. Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, hätten wir aufs Polizeirevier bestanden und vermutlich nur ein Bruchteil davon bezahlen müssen. Das nächste Mal..

Die Pyramiden von Teotihuacan schauen wir uns am vergangenen Samstag an – ganz früh am morgen, bevor aus Mexiko Stadt die Touristenströme erreichen. Unser Campingplatz ist nur 3 km entfernt. Emil klettert die ganze Sonnen-Pyramide alleine hoch, er will partout nicht getragen werden. Aber den Kölner Dom ist er auch schon alleine hoch gekraxelt, also sichern wir nur und gehen hinter ihm her. Oben angekommen sind wir (noch) fast ganz alleine und genießen die Aussicht auf die umliegenden Ruinen, Berge und die Mond-Pyramide in der Ferne. Als wir zwei Stunden später von dort zurück auf die Sonnen-Pyramide und den kilometerlangen Weg schauen, sind wir jedenfalls nicht mehr alleine.

Mexiko Stadt schauen wir uns am nächsten Tag an. Vom Campingplatz aus nehmen wir den öffentlichen Nahverkehr. Mit Bus und Metro stehen wir 1,5 Stunden später auf dem Zocalo, dem riesigen zentralen Platz in der Altstadt. Es ist Sonntag und fast kein Verkehr, dafür sind viele Familien mit Kindern unterwegs. Wir schlendern den ganzen Tag durch die riesige Altstadt, die mit ihren riesigen Kolonialbauten und Kirchen wirklich sehr schön ist.

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