Schlammschlacht in Guatemala und andere Erlebnisse

Der Grenzübergang von Belize nach Guatemala verläuft relativ problemlos. Nur ein paar bürokratische Dinge für den Import des Busses müssen wir erledigen. Völlig willkürlich dagegen scheint uns die obligatorische Abspritzung der Autos mit Pestiziden, gegen eine Gebühr versteht sich. Es wird ein bisschen auf die Reifen gesprüht, aber dass unser Bus ansonsten von außen sehr verdreckt ist, scheint egal zu sein.

Kaum in Guatemala sind wir auch schon wieder in einer anderen Welt. Hier wird die Natur nicht so geschützt wie noch in Belize. Wir sehen leider viele planlose und illegale abgeholzte Flächen außerhalb der wenigen Nationalparks.

Als erstes besuchen wir Tikal, die Mutter aller Maya-Ruinen. Sie sind wirklich sehr imposant, weil die einzelnen Tempel sehr steil aus dem Dschungel herausragen. Daniel steht morgens um 4:00 Uhr auf, um den Sonnenaufgang von einem Tempel aus zu sehen. Zu Fuß geht’s von Campingplatz aus eine Stunde im Dunkeln durch den Dschungel dorthin, während Alex mit den Kindern im Bus weiterschläft. Oben auf dem Tempel wartend erwacht dann zur Dämmerung der Dschungel. Von überall sind Brüllaffen, Tukane, Papageien und andere Vögel zu hören! Wow. Nach dem Frühstück gehen wir dann alle gemeinsam die Ruinen und Pfade durch den Dschungel erkunden. Dies war vorerst unsere letzte Maya-Ruine, nachdem wir uns bereits sechs davon in Mexiko angeschaut haben. Hätten wir Tikal als erstes besucht, wären wohl alle anderen langweilig gewesen.

Nach den Ruinen verbringen wir eine Nacht am Lago Petén Itzá direkt am Ufer. Auch hier morgens wieder wildes Brüllaffengeschrei. Aber auch glasklares Wasser zum Schwimmen.

Dann treibt es uns nach Rio Dulce, denn in der Nähe gibt es einen Wasserfall. Aber nicht irgendeinen, sondern dieser hier ist heiß! Über eine Breite von 12m fällt ca. 40 Grad heißes Wasser in einen kühlen Gebirgsfluss. Sowas haben wir noch nicht erlebt. Thermalquellen gibt es ja überall, aber als Wasserfall und dann auch noch in einer angenehmen Temperatur – unglaublich! Wir übernachten dort und am frühen Morgen ist es besonders schön, weil der aufsteigende Wasserdampf den Wald vernebelt.

Von dort wollen wir nach Cobán und erleben unsere bislang abenteuerlichste Fahrt der ganzen Reise. Vorher bei Einheimischen über die Strecke erkundigt erhalten wir widersprüchliche Aussagen, aber die meisten nicken nur und antworten „posible“. Da haben sie auch Recht, aber wir benötigen für 150 km fast 6 Stunden!! Anfangs ist die Strecke noch ganz ok, sonst wären wir vielleicht umgekehrt, aber von Stunde zu Stunde wird es schlimmer. Die Straße ist auf der Landkarte immerhin als „2. Kategorie“ eingetragen, also von der Wertigkeit her vergleichbar mit einer Bundesstraße bei uns. Es geht mitten in die Berge über Serpentinen von einem Indio-Dorf zum nächsten. Die Straße wechselt zwischen Schotter und Schlamm, immer mit Schlaglöcher. Weil es zwischenzeitlich in Strömen regnet, erkennt man deren Tiefe nicht. Slalom fahren geht nicht immer, manchmal sind es einfach zu viele. Und so geht es meistens nur im ersten oder zweiten Gang vorwärts, 6 Stunden lang werden wir und der Bus durchgeschüttelt. Die Kinder nehmen es erstaunlicherweise gelassen. Emil ruft nur einige Male „Mensch, Papa“ nach vorne und Marie hört Hörspiele. Unterwegs werden wir von den Indios wie Außerirdische angeschaut. Oft kommen hier wohl keine Gringos vorbei ;)

Coban ist dann totales Kontrastprogramm. Es ist eine wohlhabende Stadt mit Shoppingmall und Mc Donalds. Aber weil es weiter regnen soll, quartieren wir uns hier erstmal in ein Hotel ein.

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