Und noch mehr rote Felsen

Leider bekommen wir die Nachricht, dass unsere Autoersatzteile immer noch nicht in Denver angekommen sind. Also entscheiden wir uns nicht mehr länger in der Nähe von Denver zu bleiben und machen uns Richtung San Diego auf. Mit der VW Werkstatt in Denver verhandeln wir zur Zeit, ob die Teile weiter nach San Diego verschickt werden können um dort das Heck reparieren zu lassen.

Auf dem Weg dorthin besuchen wir als erstes Gina in Carbondale, die wir damals auf unserer Antarktis-Cruise kennengelernt haben. Dafür müssen wir den Independence Pass in der Nähe von Aspen überqueren. Morgens hatten wir noch 25 Grad gehabt und bei der Passüberquerung sind es auf einmal fast 0 Grad! Marie und Emil sitzen hinten im Auto mit ihren kurzen Klamotten und draussen liegt Schnee. Arme Kinder :-) Nach einer “wohltuenden” Nacht im Haus von Gina machen wir uns auf zum Capitol Reef Nationalpark. Da verlängertes Wochenende ist und viele schulfrei haben, ist hier sehr viel los. Wir bekommen mit super viel Glück den letzten freien
Campingplatz. Hier machen wir eine schöne Wanderung zu einem Wasserfall. Daniel muss natürlich rein springen. Als er raus kommt, sieht er gar nicht so glücklich aus. Er meint nur, ihm seien unter dem Fall ein paar Hirnzellen abgestorben. Die Leute drumherum können es auch nicht glauben, wie man darunter schwimmen kann.

Von dort geht es in den Bryce Canyon. Da wir hier wieder sehr hoch sind, ist es abends und morgens schweinekalt. Wir sitzen bibbernd mit dicken Jacken beim Frühstück bzw. Abendessen. Tagsüber scheint die Sonne und es ist warm. Wir machen auch hier eine Wanderung durch den Canyon. Emil läuft 10 Meter, jappst, und sagt “i kann nie mi” :-) Auch wir brauchen ein paar Verschnaufpausen mehr als sonst. Der Bryce Canon gefällt uns besonders gut. Auch, wenn es wieder einmal “rote Felsen” sind, ist dieser Park irgendwie anders als die Nationalparks bevor.

Nicht weit weg ist der Zion Nationalpark. Auf dem Weiterfahrt dorthin sehen wir zufällig eine “German Bakery”. Natürlich machen wir Halt und kaufen direkt zwei Brote. 20$ dürfen wir dafür blechen. Egal, denn das Brot schmeckt wirklich sehr gut. Marie verschlingt eine Scheibe nach der anderen. Wir bleiben zwei Tage im Park. Mit dem Shuttle Bus, den man hier nehmen muss, fahren wir bis zum Ende des Parks. Von dort aus machen eine 4-stündige Flusswanderung in die “Narrows”. Da wir keine Wasserschuhe haben, müssen unsere Wanderschuhe herhalten. Die ersten Schritte im kniehohen Fluss füllen sich komisch an, aber danach geht es. Es ist nur arschkalt. Dafür haben wir fantastische Blicke im Canyon, der immer enger wird. Die meisten Leute gucken uns ein wenig entgeistert an, und können es manchmal nicht so recht glauben, dass wir zwei Kinder hinten auf dem Rücken haben. Emil und Marie finden es super getragen zu werden. Oft werden wir mit “MAMA-PAPA” angesporrnt. Abends sind wir ziemlich groggy. Wir essen unser letztes Essen auf, der Kühlschrank ist leer, weil seit Tagen kein anständiger Supermarkt mehr kam. Abends gibt es noch ein Lagerfeuer, damit unsere Schuhe trocknen. Diese sind am nächsten Morgen dank Daniel wieder trocken, sie riechen  nur ein wenig geräuchert und sind irgendwie ein bißchen eingelaufen. Wir packen die letzten Müslieriegel und Äpfel ein und fahren noch einmal mit dem Shuttle Bus. Wir wollen heute die “Angels’s Landing” Wanderung machen. Es geht fast 500 Höhenmeter hoch! Alleine schon anstrengend, mit den Kindern auf dem Buckel noch mehr. Aber man hat von oben eine tolle Aussicht und der Weg ist echt krass. Rechts bzw. links geht es einfach nur runter. Nichts für Leute mit Höhenangst.

Anschließend füllen wir unseren Kühlschrank ein wenig auf. Der Supermarkt dort ist der einzige weit und breit. Und das merkt man an den Preisen. Eine halbe Gallone Milch für 5,50$.

Wir fahren noch ein Stück weiter bis nach Kanab. Hier versuchen wir unser Glück Tickets für “The Wave” zu bekommen. (Wieder rote Felsen :-) , nur diesmal geschwungene). Es dürfen pro Tag nur 20 Leute dorthin. 10 Tickets werden online versteigert und 10 Tickets vor Ort. Heute Morgen hatten wir leider kein Glück. Wir probieren es morgen früh noch einmal. Wenn es dann wieder nicht klappt machen wir uns auf den Weg zum Grand Canyon.

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