Von Denver nach Utah und bald wieder zurück

Von den Grand Sand Dunes geht unser Weg zurück nach Denver ins Elternhaus von Jessica, wo wir zum Oktoberfest-Essen eingeladen sind. Wir nehmen dorthin nicht den direkten Weg über den Highway, sondern folgen einer ehemaligen Eisenbahnstrecke aus Goldgräberzeiten durch Colorado (Phantom Creek Road). Auf der ehemaligen Schienen-Trasse geht es über eine Schotterpiste durch Täler und Berge und enge Tunnel. An einem Campingplatz unterwegs nimmt uns die Besitzerin auf der Pritsche ihres Pickups mit auf Kontrollfahrt über ihr Land. Sie zeigt uns unterwegs das Haus ihres Sohnes, welches er aus Stroh gebaut hat! Super interessant, das Stroh isoliert perfekt, im Winter hält es warm und im Sommer kühl.

In Denver “feiern” wir mit Jessica und ihren Eltern Oktoberfest. Es gibt selbst gebrautes Bier, Rotkohl, Kartoffelsalat, Brezel, Weisswürstchen und vieles mehr. Alles sehr sehr lecker. im Haus übernachten wir für eine Nacht. Leider kann Daniels Gastschwester Bethany und ihre Eltern nicht dabei sein, da Bethany mit einem Hirnschlag im Krankenhaus liegt. Daniel und Jessica besuchen sie im Krankenhaus, zum Glück gehts ihr schon wieder besser.

Als wir im Cherry Creek State Park für eine weitere Nacht stehen, überrascht uns eine Tornado-Warnung mit heftigem Hagel. Die Motorhaube wird total zerbeult und unsere Windschutzscheibe hat auch Sprünge. Unsere provisorische Platikfolie am Heck wird sogar durchlöchert!

Weil wir weitere 1-2 Wochen in Denver auf die Ersatzteile für unser demoliertes Heck warten müssen, beschließen wir eine weitere größere Runde von Denver zu fahren. Nach Utah passieren wir einen Gebirgspass, auf dem es schon schneit.

In Utah ist unser erstes Ziel der Arches Nationalpark. Dutzende Steinbögen stehen hier in der roten Felslandschaft rum. Der Park ist super schön, aber auch sehr berühmt, dementsprechend hoch ist hier die Japaner- und Chinesenquote. Am Delicate Arch, dem Wahrzeichen von Utah, legen wir uns mit einem ungeduldigen Deutschen an, weil wir nach seiner Meinung angeblich zu lange für ein Foto unter dem Bogen stehen. Ein weiterer Deutscher mischt sich in die Diskussion ein, wie wir es nur wagen könnten, mit unseren Kindern hier hin zu kommen! Er bezeichnet Daniel als Arschloch und sagt, es sei unverantwortungsvoll, die Kinder hier “klettern” zu lassen. Dabei haben wir die ganze Zeit die Augen auf sie gerichtet. Zum Glück bekommen wir Rückendeckung von Schweizern, die unserer Meinung sind, dass es alleine unsere Angelegenheit sei und wir am besten wüssten, was wir unseren Kindern zutrauen können und was nicht. Typisch deutsch dieses Genörgel.

Im benachbarten Canyonlands Nationalpark gehts ruhiger zu. Wir treffen Leute, die es hier langweilig finden, weil sie schon den Grand Canyon gesehen haben. Zum Glück ist unsere Reihenfolge anders herum. Außerdem fahren wir dort eine Schotterpiste auf einer sehr engen Serpentinenstraße in einen der Canyons. Vorher mit einem Ranger abgeklärt, ob dies mit unserem Wagen möglich sei (wir haben zwar Allrad, aber keine große Bodenfreiheit), empfiehlt er uns eine Strecke bis zu einem bestimmten Punkt im Canyon fahren zu können, bevor die Strecke danach zu wild wird. Dort fahren wir hin und übernachten dort wild, die Strecke ist wirklich abenteuerlich. Der Ranger erzählt offenbar im Information Office des Nationalparks von unser Vorhaben und unserem Wagen mit Kölner Kennzeichen, denn abends kommt uns ein weiterer Ranger im Tal besuchen, der bis vor kurzem zwei Jahre in Köln studiert hat. Er will uns kennenlernen und wir laden ihn noch zu Nudeln ein, bevor er zum Abend wieder die ganze Serpentinenstrecke wieder hochfährt.

Außerdem bekommen wir im Canyonlands den heißen Tipp auf das Ballon Festival in Albuquerque, New Mexiko. Es ist das größte Heißluftballon-Event der Welt, wo an verschiedenen Tagen ganz früh am morgen und zur Dämmerung hunderte Ballons gleichzeitig aufsteigen. Mit Zwischenstopp im Monument Valley und dem Mesa Verde Nationalpark fahren wir also weiter nach New Mexiko!

 

3 Einträge bei “Von Denver nach Utah und bald wieder zurück

  1. Hallo Daniel den Rest der Familie haben wir leider nicht kennengelernt, wir haben uns in der 2. Reihe des Mesa Arch getroffen. Wir haben obwohl des Kölsches nicht mächtig euren Blog glücklicherweise gefunden. Hoffentlich hat es euch in Albuquerque gefallen. Wir fanden es damals aussergewöhnlich. In Deutschland angekommen packt uns schon wieder das Fernweh. Momentan googeln wir nach “Campervan” und träumen von der Ferne… Vorerst werden wir mit euch reisen und euren Blog verfolgen. Wir hoffen auf ein Wiedersehen. Keep on going… Claudia, Carsten und Jonte

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